In unserer Schmunzel Ecke veröffentlichen wir Beiträge unserer Leser. Sollten Sie eine wunderbare, lustige und herzerfrischende  Geschichte mit Ihrem Vierbeiner haben senden Sie uns diese zu! Wir würden uns freuen.

Max "Für Kekse mache ich alles" oder "Wer erzieht hier wen?"
Ein Beitrag von Barbara Beck

Max - Warten auf das verdiente Leckerli


Unser Max, inzwischen 14 Jahre alt, ist seit etwa zwei Jahren nicht mehr so für Spaziergänge zu begeistern. Morgens, wenn die Geschäfte doch dringender sind, bekommt man ihn noch unter der Bank hervor. Nachmittags wird es schon schwieriger und mitunter lockt ihn nur ein Stückchen Käse vom Mittagsschlaf hoch.
Da er für sein Alter fit und ohne größere Gebrechen ist, fallen die Spaziergänge zwar etwas kürzer aus, werden aber regelmäßig durchgeführt.
 
So hatten wir dann vor einigen Monaten ein Einsehen und haben ihm dann den abendlichen Spaziergang um 18.00 Uhr erlassen. Die Familie war der Meinung, Pipi geht auch im Garten.
Schwieriger war es jedoch, unseren Terriermix davon zu überzeugen. Spazierengehen ist doof, abends vom Sofa aufstehen auch. Die moderne Hundeerziehung arbeitet ja mit dem Belohnungssystem, also Leckerli.
Dieses hielten wir ihm unter die Nase (natürlich haben wir ein besonders beliebtes besorgt) und ab in den Garten mit Leckerli in der Hand. Max hinterher und es klappte wunderbar mit dem abendlichen Geschäft. 
Ab jetzt: Tür auf - Max raus - Leckerli abholen.
 
Bis, ja bis Max auf den Trichter kam, (so mal um 20.00 Uhr oder noch mal  um 22.00 Uhr) an die Terrassentür zu gehen, kurz zu bellen, hinauszueilen und natürlich sich ein Leckerli abzuholen.
Wir waren begeistert. Er meldet sich! Und dass dies immer öfter passierte, machte uns erst mal keine Gedanken. (Er ist ja ein älterer Herr, da kann es schon sein, dass....)
 
So ging es einige Wochen bis er das Kunststück fertig brachte, sich in der offenen Tür zu drehen( immerhin waren die Hinterbeine draußen) und in die Küche zu wetzen um sich seine Belohnung abzuholen. 
Wir sind ganz schön verschaukelt worden! Nachdem wir uns die abendlichen Pippi Gänge genauer anschauten, konnten wir feststellen, dass der um 18.30 Uhr gerechtfertigt war, alle anderen waren jedoch Show.
 
Wir sind dabei, ihm das abzugewöhnen. Jedoch braucht es viel Nervenstärke, in der schönsten Krimi- oder Spielfilmzeit das Bellen zu ignorieren. Mitunter gehen wir auch in den Windfang bis er aufhört. 

Aber wir sind auf einem guten Weg.!  ;-))


Bessie mein Kurzhaardackel

Ein Beitrag von Renate Georg

 

Wir wohnten in einem Dorf und meine Mutter hat ihn 1952 einer Frau aus dem Ort für 5,- DM abgekauft, da der Mann, wenn er betrunken nach Hause  kam, das Dackelchen mit dem Besenstiel geschlagen hat und Bessie flüchtete sich vor Angst unters Bett.

Renate Georg und ihre Bessie 1953

Trotz aller Liebe, die wir unserem vierbeinigen Liebling entgegen gebracht haben, hat sie die Angst vor Besenstielen nie verloren.

 

Wir alle haben Bessie sehr geliebt, aber mein Vater, ein knapp 2m großer Mann, hatte Probleme, mit sooo einem kleinen Wesen durch den Ort zu gehen.

Zu der Zeit schoben Väter, anders als heute, auch noch keine Kinderwagen durch die Gegend, es war schlicht und einfach unmännlich.

Ich war damals 8 Jahre alt und habe meinem Vater trotzig, aber unter Schmunzeln der übrigen Familienmitglieder, geraten: „Wenn du dich schämst, mit einem kleinen Dackel durchs Dorf zu gehen, dann binde dir doch ein Kalb an die Leine! Das passt dann von der Größe her besser zu dir“.

 

Damals liefen fast alle Hunde frei durch den Ort, Leinenpflicht gab es noch nicht, bis auf einige Kettenhunde, die das Haus bewachen mussten und das Problem Hundehaufenbeseitigung war auch noch kein Thema, es wurde als selbstverständlich hingenommen auch mal in einen solchen zu treten.

Die Schuhsohlen wurden im nächstbesten Grasbüschel abgewischt oder kurzerhand zuhause unter fließendem Wasser abgewaschen.

 

Bessie wurde auch alleine zum Gassigang rausgelassen, lief einmal die Straße rauf und runter zum „Zeitungslesen“ oder tollte ausgelassen durch unseren großen Garten. Wenn sie wieder rein wollte, bellte sie vor der Haustüre.

 

Ein Hundkörbchen besaß Bessie auch nicht, ein weiches Federkissen war ihr Bettchen und Rückzugsort.

Was Bessie gar nicht liebte war, wenn sie alleine zuhause zurückgelassen wurde, was ja ab und zu auch mal sein musste. Anfangs spielte „Bessie“ dann oft Frau Holle und ließ es Federn schneien und wir fanden beim Nachhausekommen ein völlig zerpflücktes Kissen vor. Das ganze Zimmer war in fliegende Federn gehüllt und mittendrin, kaum sichtbar, wuschelte ein weißer, aber überaus glücklicher Dackel, der sehr stolz auf sein Werk war und auch noch gelobt werden wollte ob der Heldentat.

 

Wenn Bessie „läufig“ war, versammelten sich alle Rüden des Ortes vor unserer Haustüre, so dass wir kaum die Tür öffnen konnten, ohne dass eine Herde lüsternder Hunde versuchte,  unser jungfräuliches Bessiechen zu begatten. Meine Mutter griff dann zu ungewöhnlichen, aber wirksamen Maßnahmen, füllte einen Eimer mit kaltem Wasser und goss den gesamten Inhalt aus dem Fenster auf die überraschten Hundemännchen. Das wirkte dann für eine kurze Zeit, aber oft verfolgten sie mich als Schülerin morgens , sich hechelnd an meine Beine klammernd, bis zum Bahnhof und meine Mutter erzählte mir öfter lachend, dass ich mal gesagt habe: „Mutti, wenn meine Verehrer mal vor der Türe stehen, schüttest du dann auch  einen Eimer mit kaltem Wasser aus dem Fenster auf die Jungens?“

 

Damals gab es noch keine Tierbedarfsgeschäfte, als Spielzeug mussten alte Socken herhalten, hin und wieder gab es einen sogenannten Hundekuchen, aber das war zu der Zeit noch eher die Ausnahme, dafür wurden vom Metzger Markknochen, Schweineohren oder Kalbsschwänzchen geholt und wenn das nicht ausreichte, wurde auch schon mal ein  Stuhl-oder ein Tischbein angeknabbert.

Die Spuren sind heute noch an meinem alten Esstisch zu bewundern.

 

Ab und zu solllte Bessie „Männchen“ machen und ich habe mich damals als Kind schon gewundert, warum ein Hundeweibchen „Männchen“ machen sollte.

Für einen Dackelrücken war das natürlich gar nicht gesund  und so hatte sie zweimal die sog. Dackellähme, die aber mit Spritzen wieder zur Genesung führte.

 

Damals gab es im Ort noch eine Gemeindeschwester, die Schwester Hedwig, sie tauchte gerne zur Mittagszeit auf wenn das Essen auf den Tisch kam und hat sich so durch den ganzen Ort durchgefuttert, was sich auch an ihrer Leibesfülle bemerkbar machte. Aber es war immer genug da, um Schwester Hedwig satt zu bekommen, dafür war sie aber zuverlässig zur Stelle, wenn man krank war. Wie oft hat sie geholfen, wenn Not am Mann/Frau war.

Wie sehr ihre heilerischen Fähigkeiten sogar von unserem Dackel anerkannt wurden, zeigte sich, als Bessie sich im Garten einen Dorn ins Pfötchen getreten hatte.

Während Bessie bei allen sonstigen Krankheiten bei uns Hilfe suchte und auch bekam, baute sie sich in diesem Fall vor Schwester Hedwig auf und hob ihr laut jammernd das Pfötchen entgegen. Schwester Hedwig, mehr menschen- als hundeerfahren, hat dann mit unserer Hilfe den Dorn entfernt und Bessie war ihr schwanzwedelnd ewig dankbar!!

 


 

Tierschutztelefon

 06172 - 688 680 

 

  

 "NOTFÄLLE" 

PYKE

Informationen zu Pyke: http://www.tierschutzverein-bad-homburg.de/Wir-suchen-ein-Zuhause